Gemeinschaft zur Förderung des missionarischen Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle CSsR. e.V.   © 2006ff

Bruder Johannes war nicht nur ein erfahrener Architekt, sondern auch ein talentierter Künstler. Daß er bei seinen umfangreichen Arbeiten überhaupt Zeit für Bildhauerei fand, ist seiner tiefen Marienfrömmigkeit zuzuschreiben. »Die Liebe zu Maria, ... etwas zu ihrer Ehre zu thun«, ist der einzige Grund für die Anfertigung einer Marienstatue aus Marmor mit einem Gewicht von etwa 25 Zentner. Von diesem Werk schreibt er seinen Geschwistern 1883: »In diesem vergangenem Jahr hatte ich auch den Trost, eine Statue von feinem Marmor, das Bild der allerseligsten Jungfrau Maria von der immerwährenden Hilfe in Lebensgröße, zu machen, welches am 18. November dieses Jahres unter einer großen Feierlichkeit eingesegnet, und in das Portal unserer neuen Kirche aufgestellt wurde. Freilich ist es gewiß, vielgeliebte Geschwister, daß wenn nicht die Liebe zu Maria, und das Verlangen, etwas zu ihrer Ehre zu thun, mich nicht angetrieben hätte, so würde ich niemals Zeit gefunden haben, eine solche Arbeit zu machen, aber um so größer war daher auch mein Trost an diesem Tage, das 25 Zentner schwere Bild in feierlicher Prozession unter dem Geläut der Glocken, Geschütze, Gesang und Musik der Stadt, auf einem Platze, wo sich die Hauptstraßen der Stadt kreuzen, so feierlich zur öffentlichen Verehrung aufgestellt zu sehen.»

Im darauf folgenden Jahr kommt er erneut auf diese Marienstatue zu sprechen. Vor allem bewegt ihn, daß durch diese Arbeit die Marienverehrung gefestigt werden konnte. «Und welche Freude macht es mir zu sehen, daß ihr Bildnis, welches ich vor einem Jahr gemacht und welches unter großer Feierlichkeit in das Portal unserer neuen Kirche aufgestellt worden ist, bei den Leuten hier in Cuenca und in der ganzen Umgebung in so großer Verehrung ist. Bereits Tag und Nacht brennen Lichter vor dem Gnadenbilde, und keinen Herrn von welchem Range und Stand er auch sein mag, sieht man vor dem Bilde vorübergehen, ohne daß er den Hut abnehme und er in Ehrerbietung grüßte.