Gemeinschaft zur Förderung des missionarischen Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle CSsR. e.V.   © 2006ff

Ein Schwabe baut den Dom von Cuenca/Ecuador
SIGMUND SCHÄNZLE - FRANZ HOLZMANN
in Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte (Band 7; 1988)

1. Auf den Spuren von Bruder Johannes Baptista Stiehle

In der Stadt Cuenca in Ecuador, dem einstigen Wirkungsbereich des aus Schwaben stammenden Redemptoristenbruders Johannes Baptista Stiehle1 ist sein Gedenken seit fast ein Jahrhundert nach seinem Tod2 noch sehr lebendig. So benannte man etwa 1982 in Cuenca ein Katechetenzentrum nach ihm3.

An seinem Geburtsort, in Dächingen auf der Schwäbischen Alb, wußte man noch um den rührigen »Bruder Johannes«, aber in jüngerer Zeit war er eher in Vergessenheit geraten.

Eine glückliche Begebenheit, die es verdient erwähnt zu werden, war der Auslöser für eine umfangreiche Material- und Quellensammlung über den Ordensmann: Am 19. April 1980 starb Theresia Holzmann, die Mutter des Ortsvorstehers und Zweiten Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Franz Holzmann in Dächingen. Auf dem Totenbett übergab sie ihrem Sohn eine Schatulle mit einigen Originalbriefen von Bruder Johannes B. Stiehle, mit dem Auftrag »Kümmere dich auch um den Bruder Johannes. Franz Holzinann kannte diese sorgfältig gehüteten Briefe aus seiner Jugendzeit; damals wurden sie gelegentlich am Heiligen Abend ehrfurchtsvoll aus der Schatulle genommen und den Kindern vorgelesen. Niemand durfte sie berühren - so die mündliche Überlieferung Holzmanns. In der Folgezeit gelang es Franz Holzmann bei der Verwandtschaft noch über 60 Originalbriefe4 zusammenzutragen und daraus den Lebenslauf des Ordensbruders zu rekonstruieren. Zwei Reisen nach Ecuador (1984 und 1986) vervollständigten die Sammlung.

Der Ordensbruder Johannes B. Stiehle erlernte in seiner Jugend, vor dem Klostereintritt, das Schreiner- und Schmiedehandwerk in der Heimat. Im Jahre 1850 trat er in Teterchen im Elsaß in den Redemptoristenorden ein, angeregt durch eine Missionspredigt im nahen Untermarchtal5. Schon während des Noviziats entfaltete er seine Fähigkeiten als Baumeister und ein besonderes Geschick beim Bau von Altären.

Im Jahre 1873 kam er in die Mission nach Ecuador6. Bruder Johannes B. Stiehle leistete von nun an immenses, angefangen von der Konstruktion von Brücken über zahlreiche profane und sakrale Bauten bis hin zu der Planung und teilweisen Ausführung, des Dombaues von Cuenca. Sein künstlerisches und handwerkliches Schaffen war stets durchwirkt von einer tiefen Religiosität und Spiritualität, die in den 60 Briefen, die er in die Heimat geschrieben hat, noch greifbar ist. Der bescheidene Ordensbruder trug dadurch wesentlich zum Aufbau und der Entwicklung des Landes Ecuador bei, sowohl als Architekt und Baumeister, als auch als geistlicher Baumeister.

 2. Das Leben des Ordensbruders Johannes Baptista Stiehle7

Am 1. Juni 1829 wurde Johannes Baptista Stiehle in Dächingen als zehntes von insgesamt 16 Kindern geboren8. Johannes ging zur Schule, erlernte das Schreinerhandwerk (1842-1848) in Oberstadion, Kirchbierlingen und Altbierlingen. In Dächingen erlernte er zusätzlich das Schmiedehandwerk. Seine Schwester hatte den Schmied im Dorf geheiratet. Die Eltern, Tiber Stiehle und Anna Maria geb. Geiselhardt, waren bescheidene, aber fleißige Bauersleute. Sechs ihrer Söhne und zwei Töchter heirateten ins Dorf. Auch für Johannes, den siebten Sohn, war schon ein Hauswesen vorbereitet.

In diese Zeit fällt jenes entscheidende Ereignis einer Gemeindemission im nahen Untermarchtal9, an der Johannes teilnahm. Die Mission wurde gehalten von dem Redemptoristenpater Josef Arnold, der aus Lauterach stammte und der gallo-helvetischen Ordensprovinz der Redemptoristen angehörte. Er war im Elsaß tätig. Nach mehreren Gesprächen entschloß sich Johannes, dem Redemptoristenorden beizutreten und verabschiedete sich kurze Zeit darauf in einem Brief an seine Eltern und Geschwister vom 26. Oktober 185010 (1. Am 29. Oktober desselben Jahres verließ Johannes den Heimatort. Er reiste in das Kloster St. Nicolas (Frankreich)11, wo er beim Orden postulierte. Schon am 11. Dezember 1850 verließ er St. Nicolas wieder und kam einen Tag später im Kloster Teterchen an, wo er das Noviziat begann, das für Brüder mindestens zwei Jahre dauerte. Am 28. Dezember, so berichtete er stolz, erhielt er sein Ordenskleid12. Im Kloster Teterchen wurde eine neue Kirche gebaut, »etwas größer als die Kirche von Frankenhofen«13, in der Heimat. Johannes arbeitete mit beim Bau. Die Kirche wurde am 13. September 1852 durch den Bischof von Metz eingeweiht14. Am 19. Januar 1854 legte Bruder Johannes B. Stiehle die Profeß ab. Nach der Profeß arbeitete Johannes zunächst als Krankenwärter im Kloster in Teterchen. Dabei verstärkten sich Brustschmerzen, die ihn schließlich zwangen, diesen Dienst wieder aufzugeben. Die Krankheit verschärfte sich. Die Ärzte hatten ihn bereits aufgegeben, als plötzlich völlige Genesung eintrat. Ein Jahr später berichtete er an seine Eltern und Geschwister: »Doch es hat Gott noch nicht gefallen, mich in dieser Krankheit schon in mein himmlisches Vaterland aufzunehmen, sondern [er] hat beschlossen, in seiner unendlichen Güte, daß ich ihm noch in diesem Thale der Thränen diene, und [er] hat Mitte November 1855, gegen aller Hoffnung, mir wieder Besserung zugeschicket; von wo an ich wieder genesen bin, und zwar so, daß ich vom vergangenen Winter an, wieder meine Beschäftigung verrichten kann«15. Im Jahre 1864 arbeitete er bereits an dem neuen Hochaltar der Klosterkirche in Teterchen.

Entscheidend für Bruder Johannes wurden die Jahre 1870 bis 1873. Der ecuadorianische Staatspräsident, Gabriel García Moreno, erteilte den Bischöfen von Cuenca und Riobamba den Auftrag, sich während des Ersten Vatikanischen Konzils (1870/1871) um Redemptoristen für die genannten Diözesen zu bemühen. Bald schon reiste, mit einer Empfehlung Pius IX., eine erste Gruppe von Missionaren nach Cuenca; 1873 folgte eine zweite Gruppe, der auch Bruder Johannes angehörte16. Johannes wurde mit dem Auftrag nach Cuenca geschickt, dort für die Redemptoristen ein Kloster und eine Kirche zu bauen. Für Bruder Johannes begann von diesem Zeitpunkt ab eine vielseitige Bautätigkeit, die ihn auch über die Grenzen Ecuadors hinausführte, wie etwa die Klostergründung in Buga (Kolumbien) 1884, oder die Klostergründung in Lima (Peru) im selben Jahr; hiervon ist zumindest bekannt, daß Bruder Johannes B. Stiehle die Pläne der Altäre anfertigte17.

Jenen denkwürdigen Auftrag, der ihm einen bleibenden historischen Namen verschaffen sollte, bekam er im Jahre 1885, nämlich den Auftrag, Pläne für den Bau einer neuen Kathedrale in Cuenca anzufertigen. Der Grundstein wurde noch im gleichen Jahr gelegt. Auf dieses Hauptwerk muß im Folgenden noch gesondert eingegangen werden. Seit 1894 war Bruder Johannes kränklich. Die Krankheit sollte ihn nicht mehr verlassen bis zu seinem Tod, am 20.Januar 1899, von dem ein Mitbruder wie folgt berichtet: »Endlich am 20., ungefähr morgens um 3 Uhr, übergab der geliebte Bruder ohne Todeskampf und mit größter Fassung seine reinste Seele dem Schöpfer, in Gegenwart des Pater Rektor ... Um 9 Uhr wurde sein Leichnam im Ordenskleid in der Kirche aufgestellt: sein Antlitz war schön, es zeigte keine Entstellung, sondern Anmut. Bald verbreitete sich über die ganze Stadt und die Nachbarorte die Todesnachricht von dem heiligen Manne und allerseits strömte eine ungeheuere Menschenmenge zusammen ... Als sie den geheiligten Leichnam sahen, riefen alle, Männer und Frauen, Greise und Kinder, Laien und Geistliche aus. »Heilig ist er, heilig: seine Seele ist in den Himmel geflogen.« Es baten auch alle um Reliquien von ihm«18.

Der Mitbruder hat in der zeitgemäßen Sprache um die Jahrhundertwende keine Schwierigkeiten Bruder Johannes als »Heiligen« zu titulieren. Offensichtlich entsprach dies auch dem damaligen Empfinden des Volkes von Cuenca, das beeindruckt war von der Lebensweise des Ordensmannes. In der Tat spricht man bis auf den heutigen Tag in Cuenca vom »Santo Juan«.

 3. Der Architekt und Baumeister: Die Kathedrale von Cuenca

Die Gemeinde von Cuenca beschloß 1885, sich einer großen Herausforderung zu stellen: »Es sollte das prächtigste Monument eines großen Glaubens, einer gläubigen und religiösen Christengemeinde« 19,20. Es galt eine prächtige, monumentale Kathedrale zu bauen, geweiht der Unbefleckten Empfängnis Mariens; was sich die Gemeinde damals unter großen Anstrengungen vornahm, ist heute Wirklichkeit, die Kathedrale ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Der Beschluß der Gemeinde damals war keineswegs spontan. Er war der Abschluß von Überlegungen, die in das Jahr 1874 zurückreichten. Die Stadt Cuenca besaß nämlich noch keine eigentliche Kathedrale. Den damaligen Bischof von Cuenca, Estévez Toral, erreichte am 3. November 1874 ein Reskript von Papst Pius IX. mit der Genehmigung zum Bau einer neuen Kathedrale21. In diesem Zusammenhang bot die Gemeinschaft der Redemptoristen in Cuenca dem Bischof die Zusammenarbeit des Architekten Bruder Johannes B. Stiehle an. Bischof Toral starb jedoch schon im März 1883, als die Planungen zur Kathedrale erst angelaufen waren. Sein Nachfolger, Bischof Miguel Léon Garrido, gab am 25. Oktober 1885 das Zeichen zum Beginn des Baues. Bruder Johannes leitete persönlich die Aushebung der Fundamente22. Wie man erst jüngst wieder entdeckte, ist in das Fundament ein kompliziertes aber äußerst effizientes Entwässerungssystem eingebaut. Zum Beginn der Arbeiten ließ Bruder Johannes Bau- und Gerüstmaterial aus Europa anliefern. Währenddessen arbeitete er intensiv an den Plänen der Kathedrale. Die ersten Pläne stießen bei Bischof Léon auf Ablehnung, weil sie zu klein und bescheiden konzipiert waren. Sein Wunsch und der Wunsch der Stadt Cuenca jedoch war es, eine Kathedrale zu besitzen, die dem immensen Glauben seiner Gemeinde entspräche. Noch drei weitere Pläne mußte Bruder Johannes erarbeiten, ehe schließlich der endgültige Plan von Bischof Léon ausgewählt wurde23. errichtet werden. Die Vorstellungen der Gemeinde für dieses Bauwerk waren keineswegs bescheiden, nämlich »es sollte etwas sein, was die nachfolgenden Generationen sehen sollten und fast nicht glauben könnten«

Die Chronik von Cuenca erwähnt die Pläne erstmals im Laufe des Jahres 1886, als Bruder Johannes wegen einer schweren Krankheit24 das Haus nicht verlassen durfte und »diese Zeit sehr gut nutzte, um einen hübschen Plan für die zukünftige Kathedrale zu entwerfen«25. Dicke Bögen mit Plänen, Untersuchungen und Detailskizzen, zeugen heute noch von dem großen Werk.

Am 20. Februar 1888 wurde der Vertrag zwischen der Diözesanverwaltung und den Redemptoristen mit folgenden Bedingungen unterzeichnet: die Redemptoristen zeichnen sich für die Erstellung der Pläne verantwortlich, Bruder Johannes (oder wer ihn im Fall seiner Verhinderung und seines Todes ersetzt) übernimmt die Verwirklichung der Pläne; ausführender Architekt der Pläne soll Bruder Johannes ebenfalls sein26.

Bruder Johannes arbeitete unermüdlich. Im Dezember 1888 wählte Bischof Léon die endgültigen Pläne aus. Bruder Johannes wurde zunächst technischer Direktor des Baues, dann, ab 1889, auch Oberaufseher des Baus, manchmal arbeitete er auch als einfacher Hilfsarbeiter mit, wo es gerade nottat27.

Vierzehn Jahre seines Lebens widmete Bruder Johannes B. Stiehle dem Bau der Kathedrale. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr. Als er am 20. Januar 1899 starb, waren erst die Krypta und das unterirdische Schiff fertiggestellt. Um diesen Bauteil etwas plastischer darzustellen, fügen wir einige Daten an: die Krypta ist 96 in lang, 12 m breit, 4,20 m hoch und hat ein Fassungsvermögen von rund 3000 Personen. Die Kathedrale insgesamt hat eine Länge von 105 in und eine Breite vom 43,50 m. Die Hauptkuppel, neben weiteren Kuppeln, ist 53 m hoch und hat einen Durchmesser von 12 m. Die Türme wurden nie fertiggestellt, sie wären laut Plan 65 m hoch geworden28.

Die Kathedrale ist nicht das einzige Bauwerk, das Bruder Johannes B. Stiehle geplant und gebaut hat, sie ist Höhepunkt und Abschluß eines vielfältigen baumeisterlichen Schaffens, das nachfolgend, im Sinne eines Überblicks dargestellt werden soll.

Profane Bauwerke29

  • Bau eines Brunnens mit dem dazugehörigen Laufrad für die Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Cuenca;
  • Errichtung des Krankenhauses in Gualacco;
  • Bau des Hauses der Familie Ordóñez, neben der Kathedrale, mit Torbogen und Säulenvorbau;
  • Erarbeitung der Pläne für zahlreiche Häuser in Cuenca;
  • Renovation und Reparatur vieler baufälliger Häuser, was ihm den Beinamen »el medico de las casas« »der Häuserarzt« einbrachte30;
  • Skizzierung und Planung von Straßen, Äquadukten und hauptsächlich von Brücken, darunter auch vier Brücken der 'Panarnerikana' (Brückendirektor ist einer der Berufe des Bruders Johannes im Jahre 1884, gemäß dem Chronisten der Redemptoristengemeinschaft von Cuenca). Viele dieser Brücken werden heute noch benutzt.

Weitere sakrale Bauwerke

Außer dem bereits erwähnten Hauptwerk von Bruder Johannes, der Kathedrale von Cuenca, stammen aus seiner Hand noch zahlreiche andere religiöse und caritative Bauwerke:

  • Mitarbeit bei der Errichtung der Redemptoristenkirche in Riobarnba;
  • Entwurf der Grundrisse und Baubeginn des Klosters in Cuenca;
  • Bau der Wohnhäuser und Kapellen auf den Besitzungen in Tarqui und Cojitambo;
  • Entwurf der Pläne für die Kirchen und Klöster von Buga (Kolumbien) und Cauquenes (Chile);
  • AnfertiLuna der Pläne für die Altäre der Kirche in Lima (Peru);
  • Einbau der-Orgel im alten Karrneliterkloster in Cuenca;
  • Bau des Karmeliterklosters »St.Josef«;
  • Errichtung der Kapelle der Ordensschwestern der »Heiligen Herzen«;
  • Skizzierung der Kirche des Heiligen Abendmahles in Form einer Monstranz;
  • Leitung des Baues der Schule St.Josef, die den Brüdern von Lasalle gehörte (Schulbrüder) und der Mittelpunktschule der »Mütter der christlichen Nächstenliebe«;
  • Bau des nördlichen Traktes des Diözesanseminars in Cuenca;
  • Beteiligung am Bau des Waisenhauses und des Krankenhauses in Cuenca;
  • Bau der Kapelle »Vom Morgentau« in Biblian;
  • Errichtung des Kirchturrnes und der Friedhofskapelle von Cañar;
  • Bau des Kollegs von der »Vorsehung« in Azogues;
  • Errichtung der Schule der Dominikanerinnen in Gualaceo;

 

Die fachliche Qualifikation Stiehles

Die fachlichen Qualifikationen für diese doch sehr umfangreiche Bautätigkeiten sind kurz zu beschreiben: »Johannes Stichle besuchte nur die Volksschule«31 und erlernte dort nur die Grundbegriffe des Lesens und Schreibens, noch die ersten Briefe, die er nach seinem Klostereintritt in die Heimat schickte, zeugen von orthographischen Schwierigkeiten. »Er las nie ein Buch über Architektur«32, sondern erlernte im Heimatort und in Nachbarorten lediglich das Schreiner- und Schmiedehandwerk. Es steht außer Zweifel, daß diese Tatsachen auf ein außergewöhnliches Genie hindeuten, das Bruder Johannes B. Stiehle in sich verkörperte, »denn seine architektonischen Werke, vor allem die wunderbare Kathedrale von Cuenca, verlangen nicht nur empirische Geschicklichkeit, sondern auch umfassende Kenntnisse über Architektur, über Beschaffenheit der Materialien und über die Gesetze der Statik«33. Die meisten Werke Stiehles sind bekannt, jedoch noch nicht eingehend erforscht. Vom Kloster und der Kirche in Cauquenes (Chile), liegen erst seit kurzem Bilder vor, die einen ersten Eindruck vermitteln können34.

Wie Bruder Johannes dieses reichhaltige Arbeitsprogramm bewältigen konnte, ist bewundernswert; einer der Hauptgründe dürfte in seiner asketischen Spiritualität liegen.

 4. Der Ordensmann Bruder Johannes - ein geistlicher Mensch

Bruder Johannes B. Stiehle verband schöpferische Gestaltungskraft mit einer tiefen, sehr ausgeprägten Spiritualität, die für die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts keine Seltenheit darstellte. Die Spiritualität Stiehles läßt sich heute in über 60 Originalbriefen nachzeichnen, die noch erhalten sind35. In nahezu ununterbrochener Folge sandte er, seit seinem Klostereintritt im Jahre 1850, Briefe an seine Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde. Die Briefe waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, von ihm so konzipiert, daß sie in der Verwandtschaft und im Freundeskreis zur Lektüre weitergegeben werden sollten36. Der Umfang übersteigt zum Teil den gewöhnlichen Rahmen eines Briefes, wie etwa ein Brief mit einer Betrachtung zu den Sieben Schmerzen Mariens, der Wallfahrt in seinem Heimatort Dächingen37.

Neben den eigenen Briefen finden sich noch zahlreiche Zeugnisse von Zeitgenossen Stiehles, die über seine Spiritualität und seine Lebensweise berichten, u.a. P.Augustinus Georgius Kaiser, ein Mitbruder, der nach dem Tod von Bruder Johannes B. Stiehle schreibt: »In der Beobachtung seiner Gelübde war er jederzeit sehr gewissenhaft. Die Armut Jesu Christi nachahmend lebte er arm in That und Wahrheit. Die vergänglichen Schätze dieser Welt, deren Erwerbung ermüdet, deren Besitz beunruhigt, deren Verlust peinigt, verabscheute er beständig wie Kot. Auch nicht das Geringste, wodurch fromme Herzen nicht selten bestrickt werden, nämlich Blumenstöcke, Bildsäulen, kleine Statuen und anderes Derartiges, wollte er besitzen, damit er selbst arm desto ungehinderter dem Herrn in seiner Armut nachfolgen könnte. In den einzelnen Monaten durchmusterte er seine Zelle mit Luchsaugen) um alles, was die evangelische Armut verletzen könnte, sofort daraus zu entfernen«38.

In seinen Briefen wiederholt sich diese Charakterisierung, etwa wenn er schreibt. »Denn wie Reichtum und Ehren von Gott führet, so führet Armut und Noth zu Gott«39.

Was hier über die Spiritualität und Religiosität von Bruder Johannes durchscheint, weist eindeutige Parallelen auf zu der spezifischen Spiritualität des Ordens insgesamt zunächst aber zur Spiritualität des Gründers Alfonso Maria de Liguori (1696-1787) 40. Gemäß Liguori nämlich soll der Redemptorist im Kloster das Leben eines Kartäusers führen, um so zu einem überzeugenden Wirken in der Weit befähigt zu werden41.

Das Armutsideal trägt stark asketische Züge: Selbstbeherrschung und Mäßigung sind treffende Charakteristika bis hin zur strengen Einhaltung der evangelischen Räte. Die asketische Strenge der Lebensweise berücksichtigend, kann Bruder Johannes jedoch keine Verbissenheit und Weltverachtung nachgesagt werden, wie man heute schnell dabei ist, sie zu unterstellen. Er hatte, durch seine Arbeit bedingt, täglich außerhalb des Klosters zu tun. Bruder Johannes selbst überlieferte folgende Begebenheit: »Vor einiger Zeit kamen zwei Personen aus einer naheliegenden Stadt zu mir, welche mich, wie ich wohl bemerkt schon längst betrachtet hatten und sagten untereinander, sie haben sich so sehr an mir getäuscht denn sie glaubten im Kloster müsse man ein trauriges Leben haben, aber alles, was sie an mir sahen, sei fröhlich, denn ich habe ein innerliches ruhiges Gemüth und alles an mir zeige Fröhlichkeit und große Zufriedenheit«42.

Beschreibt man die Spiritualität von Bruder Johannes B. Stiehle, dann gehört zu diesem Thema auch der Bereich des Gebetes. Das Gebet durchzog sein Leben offenbar wie ein roter Faden: »Man sah ihn immer als den ersten in den Chor hineingehen und als den letzten herauskommen; ohne Unterlaß, gemäß der Gebote des Herrn, stieß sein Herz fromme Gebete aus. Jede Minute, die er von den notwendigen Geschäften und seinen kleinen Ruhepausen verübrigen konnte, verwandte er auf das Gebet. Mit dem Gebet fing er alle seine Geschäfte an, setzte sie fort und führte sie zu Ende und ließ sich niemals vom Gebetsgeist abbringen«43.

Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man weiß, daß Bruder Johannes häufig krank war und zugleich in der Stadt oft mehrere Bauprojekte gleichzeitig laufen hatte, die er täglich besuchen mußte. Er selbst schrieb in jungen Jahren schon über das Gebet: »Darum anempfehle ich Euch allen das Gebet; denn wer recht zu beten weißt, weißt auch recht zu leben«44. Das »Gebet« klingt auch in seinen übrigen Briefen immer wieder an.

Die Briefe - spirituelle Einflüsse

Analysiert man die Briefe von Bruder Johannes unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten - diese umfangreiche Arbeit ist bereits begonnen worden - so kristallisieren sich sehr bald, unter anderen häufiger benannten Bereichen, einige Schwerpunkte heraus: Kreuz - Sühne, Himmel - Hölle, Lebenswandel - Tugend, Marienverehrung und häufigerer Kommunionempfang.  

Mit diesen Themenbereichen steht Bruder Johannes ganz in der Tradition seines Ordens, angefangen bei Alfonso de Liguori. Seine Spiritualität floß wesentlich in die Ordensregel mit ein, von der man weiß, daß sie Bruder Johannes wie kaum ein anderer befolgte. Das Zentrum des Denkens von Liguori ist der konkrete Mensch, den er bedroht sieht, ewig verloren zu gehen. Die »ewigen Wahrheiten«, Tod, Gericht, Hölle, werden stark herausgestellt in der Verkündigung, ebenso die Verehrung Mariens, bei der die Menschen vor dem erzürnten Gott Zuflucht suchen sollen45. Von Klemens Maria Hofbauer (1751-1820), dem ersten deutschsprachigen Redemptoristen und Generalvikar der transalpinen Kongregation, stammt die von Bruder Johannes oft wiederholte Anleitung zum häufigeren, ja täglichen Kommunionempfang46.

Die Spiritualität der Redemptoristen zur Zeit von Bruder Johannes B. Stiehle stand insgesamt noch ganz im Strom des nachtridentinischen und gegenreformatorischen Frömmigkeitsempfindens, wie sie seit den »Exerzitien« des lgnatius von Loyola von den Jesuiten propagiert wurde. Darüber hinaus ist diese Spiritualität gekennzeichnet durch ihre Nähe zum Frömmigkeitsempfinden des Volkes, was sich in den, zunächst verbotenen, später sich aber doch durchsetzenden Volksmissionen weiter entfaltet.

 5. Geschichte der Redemptoristen in Ecuador

Im Jahre 1870 begann in Cuenca »ärmlich und bescheiden«47 die abenteuerliche Gründung der Redemptoristen vom Süden Ecuadors her, eine Gründung der transalpinen Kongregation der Redemptoristen48. Bischof Toral bemühte sich auf dem Ersten Vatikanischen Konzil um Redemptoristen für Cuenca. Bald darauf wurde eine erste Gruppe aus Europa entsandt. Die Namen der Pioniere damals waren: P. Felix Martin Grisar (Deutschland); P. Javier Machin Mina und P. Pedro López (Spanien); die Brüder Antonio Ortíz (Spanien) und Bruder Pio (Deutschland), damals noch Novize, der sich im folgenden Jahr aus dem Orden zurückzog. Am 20.Juli 1870 konnte in Cuenca schon offiziell das Haus eingeweiht werden, in dem die Gemeinschaft leben sollte49. Im Jahr 1873 folgte eine zweite Gruppe, der auch Bruder Johannes B. Stiehle angehörte.  

Das Land Ecuador wurde damals von einer Reihe bestürzender Ereignisse geschüttelt, die die politische Instabilität und Konfusion widerspiegeln. Sie waren die äußeren Rahmenbedingungen für das Wirken von Bruder Johannes. Am 6. August 1875 wurde Staatspräsident Gracía Moreno ermordet; darauf folgte eine kurze verfassungsmäßige Regierung unter Antonio Borrero (1875-1876). Auf Borrero folgte die lange Zeit des Diktators Veintimilla. Veintimilla stürzte Borrero und wurde von 1876-1878 erster Diktator Ecuadors, danach verfassungsmäßiger Präsident (1878-1882); im Jahr 1882 wurde er erneut Diktator. Revolutionäre Kräfte waren es schließlich, die den Tyrann vertrieben, zunächst aus Quito (Januar 1883), dann auch Guayaquil (Juli 1883). Auf diesen innenpolitisch sehr bewegten Zeitraum, folgen wieder friedliche Jahre unter den fortschrittlichen Regierungen Caamaño, Flores und Cordero50.

Für die Kirche Ecuadors bedeutete die lange Zeit Veintimillas Kampf, Verfolgung und Märtyrertum. Am Karfreitag 1877 wurde der amtierende Erzbischof von Quito, José Ignacio Checa y Barba, ermordet. Der Bischofstuhl war längere Zeit unbesetzt. Als Bischofsvikar war Arsenio Andrade eingesetzt worden, der später Bischof von Riobamba wurde. Veintimilla hatte das unter Präsident Gracia Moreno geschlossene Konkordat mit dem Vatikan gebrochen, mußte aber kurz darauf ein Neues aushandeln, das von beiden Seiten im März 1882 gebilligt werden konnte. In Rom selbst folgte Leo XIII. dem Papst mit der längsten Regierungszeit, Pius IX.51

Bei Besetzung des erzbischöflichen Stuhles von Quito dachte Veintimilla ernsthaft an den Redemptoristen, P. Pedro Didier, einen der Gründer der Niederlassung in Riobamba. P. Didier war bis 1882 Visitator der Niederlassungen am Pazifik und im selben Jahr mit der gleichen Aufgabe nach Spanien versetzt worden. In der Rede zum 250jährigen Bestehen der Koneregation heißt es: »Didier rettete sich vor der Mitra, indem er seinen Status als Ausländer anführte«52, im Konkordat war nämlich ausgehandelt worden, daß nur Einheimische das Bischofsamt bekleiden dürfen. Zudem wird deutlich, daß unter Veintimilla niemand gerne dieses Erbe antreten wollte. Also richtete der Diktator seinen Blick auf seinen berühmten Gegner, Msgr. José Ignacio Ordóñez, der seit dem Amtsantritt des Diktators im Exil auf seinem Landsitz in Vanuncay (Frankreich) die Ruhe genoß; 1879 hatte er auf sein Bischofsamt in Riobamba verzichtet. Am 22. August 1882 kam die Nachricht, die päpstliche Ernennungsbulle für Erzbischof Ordóñez sei angekommen. Erzbischof Ordóñez war es auch, der zehn Jahre zuvor in Rom die Ankunft der Redemptoristen in Riobamba und Cuenca aushandelte; er war außerdem der erste Lehrer der Indiosprache 'Ketschua', die er selbst den neuen lndianermissionaren lehrte.

Blicken wir nun auf Cuenca, den Wirkungsort von Bruder Johannes B. Stiehle. Dort war zur gleichen Zeit Bischof Remigio Estévez de Toral dem Tod nahe, er starb am 9. März 1883. Er war seit 1861 Bischof von Cuenca; er war es auch, der den Anstoß zum Bau der Kathedrale gab. Ihm folgte Bischof Miguel Léon (1885-1890) unter dem Bruder Johannes den ersten Bauabschnitt der Kathedrale begann. Die noch relativ kleine Gemeinschaft der Redemptoristen leitete damals, von 1855 bis 1893, Nicolás Mauron als General. In diesem Zeitraum gab es schon mehr als 1000 Ordensmitglieder. Der Orden hatte sich inzwischen in Europa und Amerika ausgebreitet. Im Jahre 1866 weihte Mauron den Orden und die Weit der Mutter der 'immerwährenden Hilfe'. P. Aquiles Desuremont war zu der Zeit Provinzial von Frankreich und somit auch verantwortlich für die jungen Niederlassungen von Cuenca und Riobamba. Die Gemeinschaft von Cuenca bestand am Ende des Jahres 1882 aus 8 Priestern, 2 Klerikern und 6 Brüdern, zu denen auch Bruder Johannes B. Stiehle zählte.

Der Schweizer P. Alfons Aufdereggen war Superior der Gemeinschaft bis 1882, danach löste er P. Pedro Didier als Visitator der Pazifikregion ab. Der deutsche P. Frederico Grote, der sich auf dem Weg zu einer Neugründung in Argentinien befand und dazu die Sprache der Missionsarbeit erlernen mußte, wurde darauf für acht Monate Superior in Cuenca53.

Damals wohnte die Gemeinschaft noch im alten Augustinerkloster, das zu diesem Zweck erneuert und hergerichtet worden war. Der Neubau des Klosters begann 1890, die Pläne und teilweise die Ausführung stammten von Bruder Johannes, zur selben Zeit jedoch war er schon völlig durch den Bau der Kathedrale in Anspruch genommen. Der Klosterneubau wurde 1904 schließlich fertiggestellt als Bruder Johannes schon fünf Jahre tot war.

 6. Zusammenfassung - Ausblick

Das Phänomen Bruder Johannes B. Stiehle erweist sich als vielschichtig und äußerst interessant. Die Bedeutung eines Laienbruders in einer Zeit, in der man im Begriff war, das priesterliche Amt erneut zunehmend zu klerikalisieren, ist beachtenswert. Die gelungene Symbiose von handwerklichem und zugleich tief geistlichem Lebensvollzug, von spiritueller und kreativer Schaffenskraft wirkt auch heute noch sehr überzeugend, so daß es nicht verwundert, daß er oft als »Genie« charakterisiert wird. Die Bedeutung, die der Ordensbruder für die Kongregation der Redemptoristen hat, kam bereits in weiten Zügen zum Vorschein.

In Anbetracht der sehr erfreulichen und fast lückenlosen Quellensammlung54, sind noch zahlreiche weitere Untersuchungen und Erkenntnisse über Bruder Johannes B. Stiehle, sein Leben, sein Werk und seinen missionarischen Geist zu erwarten. Eine jüngst gegründete Gemeinschaft55 bemüht sich besonders die Ziele der Erforschung der Person und des Werkes und ebenso die Weiterführung des missionarischen Geistes von Bruder Johannes B. Stiehle zu verfolgen.

 7. Quellenangaben

1 Johannes Baptista Stiehle trat 1850 in den Orden der Redemptoristen ein, zunächst in St. Nicolas, dann aber in Teterchen im Elsaß.

2 Stiehle starb am 21.Januar 1899 in Cuenca (Ecuador). Vgl. DAR, Taufregister der Pfarrei Altsteußlingen bis 1860 (Dächingen war bis 1981 Filiale von Altsteußlingen). In diesem Taufregister ist ein handschriftlicher Vermerk über den Tod Stiehles.

3 Veit Feger, In Südamerika Feier seines Gedächtnisses, in Deutschland vergessen: Johannes Stiehle Ordensbruder aus Dächingen, Erbauer des Domes von Cuenca, in: Schwäbische Zeitung Ehingen, 29. November 1984.

4 Franz Holzmann hat die Briefe sorgfältig abgeschrieben, sie sind in einem nach ihm benannten Privatarchiv aufbewahrt. (PAFH).

5 Franz Holzmann, Bruder Johannes B. Stiehle-Zeittafel. PAFH-Zeittafel.

6 Gonzalo Ortíz, Der Redemptoristenbruder Johannes Baptist Stiehle, in: Khipu. Zweisprachige Kulturzeitschrift über Lateinamerika 14, 1984, 41.

7 Franz Holzmann hat reichhaltige Grundlagenarbeit geleistet, auf die hier zurückgegriffen werden kann.

8 DAR, Taufregister der Pfarrei Altsteußlingen bis 1860.

9 Ortíz, Der Redemptoristenbruder, 41.

10 Brief vom 26. Oktober 1850. PAFH-Briefe.

11 Brief vom 14.September 1851. PAFH-Briefe.

12 Ebd.

13 Brief vom 14. November 1852. PAFH-Briefe.

14 Ebd.

15 Brief vom 21. Dezember 1856. PAFH-Briefe.

16 Juan Abril, 100 Jahre Grundsteinlegung der Kathedrale von Cuenca, Rede vom 12. Dezember 1987. PAFH-Schriften.

17 Juan Abril, Gedenkfeier zum 250-jährigen Bestehen der Kongregation, Einweihung des Zentrums für Pfarr- und Sozialarbeit 'Johannes Baptista Stiehle' in Cuenca, Rede vorn 9. November 1982. PAFH- Schriften 6.

18 Augustinus Georgius Kaiser, Briefliche Mitteilungen über das Leben, Wirken und den Tod des ehrwürdigen Bruders des Redemptoristenordens Johannes Stichle, Cuenca 1899, 13.

19 Abril, 100 Jahre Grundsteinlegung 1.

20 Ebd. 1.

21 Ebd. 2.

22 Ortíz, Der Redemptoristenbruder 42-43.

23 Fbd. 43.

24 Abril, Gedenkfeier 8.

25 Chronist P. Bivona, Ebd. 8.

26 Ortíz, Der Redemptoristenbruder 42.

27 Abril, Gedenkfeier 8.

28 Ortíz, Der Redemptoristenbruder 43.

29 Diese Zusammenstellung orientiert sich an Ortíz, Der Redemptoristenbruder 42. Vgl. auch Abril, Gedenkfeier 6-7.

30 Kaiser, Briefliche Mitteilungen 5.

31 Ebd. 6.

32 Ebd. 6.

33 Ortíz, Der Redemptoristenbruder 42.

34 Brief von Leopoldo Bertossi, vom 16. Februar 1988. PAFH-Schriften.

35 Die Briefe werden derzeit ausgewertet.

36 Brief vom 21. Dezember 1856 und Brief vom 18. Dezember 1859. PAFH-Briefe.

37 Brief vom 10. November 1867. PAFH-Briefe. Der Brief umfaßt 117 Seiten.

38 Kaiser, Johannes Stichle 7.

39 Brief vom 14. Dezember 1854. PAFH-Briefe.

40 Der Orden entstand 1732 in Neapel: Außer Liguori waren es noch drei weitere Priester, die zu den Gründern gehören. Vgl. Otto Weiß, Die Redemptoristen in Bayern (1790--1909). Ein Beitrag zur Geschichte des Ultrarnontanismus, St. Ottilien 1983, 115.

41 Weisß, Die Redemptoristen 127.

42 Brief vom 14. November 1852. PAFH-Briefe.

43 Kaiser, Johannes Stiele 9.

44 Brief vom 21. Dezember 1856. PAFH-Briefe.

45 Weiß, Die Redemptoristen 124. 46 Ebd. 134.

47 Abril, Gedenkfeier 1.

48 Die Ausbreitung des Ordens nach 1820 beschreibt eingehend Weiß, Die Redemptoristen 121-122.

49 Abril, Gedenkfeier 1.

50 Ebd. 1-2.

51 Ebd. 1.

52 Ebd. 2.

53 Ebd. 3.

54 Vgl. PAFH.

55 Am 17.Januar 1988 wurde die »Gemeinschaft zur Förderung des Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle C.Ss.R« gegründet (Gründungsurkunde. PAFH-Dokumente). Die Gemeinschaft wurde am 1. März 1988 durch den Ordensgeneral P.Juan Manuel Lasso de la Vega C.Ss.R offiziell bestätigt und anerkannt. Das Anerkennungsschreiben (PAFH-Dokurnente) hat folgenden Wortlaut: Hiermit bestätige ich als Gentraloberer der Kongregation der Redemptoristen:
1. Die Generalleitung wurde über die Errichtung der »Gemeinschaft zur Förderung des Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle C.Ss.R.« durch den Leiter dieses Werkes Herrn Holzmann, Dächingen, eingehend unterrichtet.
2. Wir bestätigen die Dringlichkeit dieser Gemeinschaft zur Förderung des Werkes von Bruder Johannes B.Stiehle, damit sein missionarischer Einsatz vor allem in Cuenca in Ecuador, dem Hauptort seines Schaffens, fortgesetzt werden kann, sein Leben und Wirken als Ordensmann wach bleibt und noch bekannter wird und der missionarische Geist vor allem in seiner Heimat lebendig bleibt.
Die Kongregation der Redemptoristen, zu der Bruder Johannes Stichle gehört, begrüßt die Initiativen, die zur Gründung der »Gemeinschaft zur Förderung des Werkes von Bruder Johannes Baptista Stichle C.Ss.R.« geführt haben und unterstützt dieses Werk im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Wir danken allen, die sich für das Bekanntwerden von Bruder Johannes B. Stiehle und für die Fortsetzung seines missionarischen Werkes einsetzen.
Wir wünschen diesem Gemeinschaftswerk Gottes Segen und Hilfe.
Rom, den 1. März 1988
Juan M. Lasso de la Vega Generaloberer

 

 

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