Gemeinschaft zur Förderung des missionarischen Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle CSsR. e.V.   © 2006ff

Die Redemptoristen haben und leben eine breit und detailliert angelegte Verfassung, die in heutiger Fassung beispielsweise im Internet abgerufen werden kann. Mehr dazu hier.

Zu Zeiten von Bruder Johannes haben die neuen Redemptoristen-Brüder diese Verfassung selbst handschriftlich in einem Buch niedergeschrieben. Wahrscheinlich nach Diktat. Von Bruder Johannes existiert dieses Buch im Orginal. Immerhin sind es nahezu 400 Seiten, die Johannes hier aufgeschrieben hat.

Das Buch liegt nun als Kopie in unserem Archiv vor:

Archiv: Constitutionen und Regeln

Nebst der akuraten Handschrift von Bruder Johannes und nahezu keinen Verschreibern stößt man auf ein paar interessante Auffälligkeiten:

Das Inhaltsverzeichnis reicht nur bis zur Seite 197, obwohl das Buch weitaus mehr Seiten enthält. Alle etwa 15 Seiten steht rechts unten eine fortlaufende Zahl, mit eins beginnend bis zur Zahl 22. Was mag das bedeuten? Unterteilt Johannes das Buch in 22 Lektionen, für die er sich in festen Abständen Zeit nimmt? Blättert man das Buch von hinten her, so sind dort verschiedene Gebete niedergeschrieben. Vielleicht eine Merkhilfe weil diese Gebete für ihn als Novize neu gewesen sein mögen.

Mitten im Buch befindet sich ein Lesezeichen: Ein Ausschnitt aus einer Zeitung, welcher ein Bild des Innenraums einer Kirche darstellt. Weil an der unteren Seite des Bildes ein französischer Hinweis steht, konnte das Lesezeichen nun zugeordnet werden. Es handelt sich um die St. Jakobus-Kathedrale in Jerusalem. Dieses Lesezeichen hat Bruder Johanes begleitet, ähnlich unseren „Bildchen“ im Gesangbuch.

20160309 Lesezeichen

Über diese Kathedrale ist in Wikipedia zu lesen:

„Die St. Jakobus-Kathedrale in Jerusalem ist die Kathedrale des armenischen Patriarchen von Jerusalem. Sie liegt im armenischen Viertel der Altstadt. In unmittelbarer Nachbarschaft der Kathedrale liegt der Sitz des Patriarchen sowie zahlreiche weitere Einrichtungen des armenischen Patriarchats.

Ein erster Bau wurde beim Einfall der Perser im Jahre 614 zerstört. Der heutige dreischiffige Kuppelbau stammt im Wesentlichen aus dem 12. Jahrhundert. Die Vorhalle wurde im 17. Jahrhundert angefügt. Die Gewölbe sind mit schmückenden Chatschkaren („Kreuzsteinen“) ausgestattet.

Die Kirche ist dem Apostel Jakobus dem Älteren und dem hl. Jakobus dem Gerechten geweiht. Der Überlieferung zufolge ließ Herodes Agrippa I. den Apostel hier durch das Schwert hinrichten (Apg 12,2 EU) und Maria habe hier gesessen, als man ihr den Kopf des Apostels überbrachte. Die Schädelreliquie befindet sich in der Kirche, die übrigen Jakobusreliquien befinden sich der Überlieferung nach in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Die Reliquien Jakobus' des Gerechten, der in der Bibel der Bruder des Herrn genannt wird, und der erster Bischof der Jerusalemer Urgemeinde war, befinden sich ebenfalls in der Kirche. Die Reliquien befanden sich zunächst unter einem der beiden verzierten Throne vor dem Hauptaltar, später wurden sie unter den Hauptaltar gebracht.“