Gemeinschaft zur Förderung des missionarischen Werkes von Bruder Johannes Baptista Stiehle CSsR. e.V.   © 2006ff

06.11.2015

Brief von Prof. Martínez

An die Mitglieder der Generalversammlung der Fördergemeinschaft Br. Johannes Stiehle in Dächingen

Liebe Freunde,

ich möchte Sie aus Cuenca grüßen, der Erde, in die Bruder Johannes so viel ausgesäht hat. Nach meinem Besuch im Heimatort von Bruder Johannes habe ich viel über die geistvolle Mission nachgedacht, zu der Gott und das Schicksal ihn geführt haben, um sie konkret umzusetzen, mitten in diesem damals abgelegenen und fast unzugängigen Bergen.

Ich habe auch darüber nachgedacht, was uns Cuencanern passieren würde, wenn eines Tages dieses architektonische Werk von Johannes nicht mehr wäre. Die Leerstellen in der Stadt wären beträchtlich, nicht nur von ihrer Größe her, sondern auch im Hinblick auf die Weisheit, des Wissens, der Hingabe und des Engagements und des ungeheuren Vertrauens in eine Person, wäre sie nicht von der unglaublichen Energie beseelt gewesen, die nur der Glaube an Gott bieten konnte. Alle großen Monumente dieser Stadt tragen das Markenzeichen und die Spuren von Bruder Johannes und sind Früchte seiner Arbeit.

Und Johannes ist nicht nur Architektur. Andere große Werke wie die Liebe zur Arbeit, der leidenschaftliche Dienst am Nächsten und die authentisch gelebte Berufung gehören unbestritten zu seiner großen Persönlichkeit.

Cuenca ist eine Stadt, die Bruder Johannes viel verdankt. In ihr lebt heute eine Gesellschaft, der erst - über ein Jahrhundert nach seinem Tod - beginnt bewusst zu werden, welche wirkliche Bedeutung und Zeichenhaftigkeit seine Anwesenheit hier hatte.

In der kleinen Schule/Rathaus in Dächingen habe ich mich verpflichtet, das mir Mögliche zu tun, um Bruder Johannes den ihm angemessenen und verdienten Raum des Andenkens in unserer Gesellschaft zurück zu geben. Meine Radioprogramme wurden weiträumig ausgestrahlt. Meine Arbeit am Lehrstuhl für Architektur an der Universität von Cuenca widmet sich den Bauwerken von Bruder Johannes und deren Erhaltung, was sich in verschiedenen Projekten (auch kleinen) niederschlägt. Einige sind dabei schon in der Umsetzung begriffen - das hat mich auch animiert, Sie in Deutschland zu besuchen. Mein Besuch bei Ihnen und die Orte der Kindheit und Jugend von Johannes haben mich tief und nachhaltig geprägt.

Aus Cuenca sende ich Ihnen meine herzlichsten Grüße!

Mit großer Hochachtung und Wertschätzung

Ihr Prof. Fausto Cardoso Martínez

Radiomitschnitt

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Bildmaterial von Prof.  Martínez